Präambel

Unsere Schule ist der gemeinsame Ort des Lernens und Lehrens; hier lernen Schülerinnen und Schüler entsprechend den wissenschaftlichen und didaktischen Grundlagen der Fächer unter Anleitung von kompetenten Lehrkräften. Ziel der Schule ist es, den Bildungswillen der Schülerinnen und Schüler so zu stärken, dass sie eine eigenständige Persönlichkeit ausbilden können; deswegen sollen sie ihre Fähigkeiten und ihr Wissen zunehmend selbstständig erweitern. Auf diese Weise sollen sie letztendlich die Anforderungen der Gesellschaft erfüllen und gestalten.

Unser Unterricht soll den selbstbewussten Blick für Hintergründe und Perspektiven öffnen, gemäß dem Alter und der Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler. Grundlage hierfür ist das fachliche Wissen, das aber kein verfestigter, rein abrufbarer Kanon sein soll ohne Raum für vertiefende Fragen, sondern ein Wissen, das Orientierung bietet. Dies erfordert eine hohe Leistungsbereitschaft der Lernenden, da sie sich nicht nur Wissen aneignen müssen, sondern es auch in unterschiedlichen Situationen anwenden und miteinander vernetzen sollen.

Ausgestattet mit einem solchen Orientierungswissen sollen unsere Schülerinnen und Schüler kritische Fragen an politische, soziale und wirtschaftliche Prozesse, an kulturelle, religiöse und wissenschaftliche Anschauungen ihrer unmittelbaren Umgebung, unserer Gesellschaft, Europas und der Welt stellen. Sie sollen ausgehend von diesen Fragen mit Engagement für Werte der Toleranz, der Gerechtigkeit, der Humanität eintreten können. Dieses orientierende Wissen ist also Verpflichtung und Chance für unsere Schülerinnen und Schüler, Bildung zu erlangen -  in dem Sinne, dass sie bewusst teilhaben an kulturellen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Prozessen ihrer Umwelt. So ist Bildung eine Grundlage, um die Gesellschaft mit zu gestalten.

Um diese Ziele erreichen zu können, sind gute Rahmenbedingungen notwendig. Wünschenswert sind eine angemessene personelle und sachliche Ausstattung des Gymnasiums gemäß den Anforderungen der spezifischen Fächer, zahlenmäßig überschaubare Lerngruppengrößen sowie ein kontinuierlicher Unterricht, ein breites Profilangebot insbesondere in der Sekundarstufe II und ein nach sozialen und ethischen Prinzipien gestaltetes Schulleben, das der Identifizierung mit unserem Gymnasium die Grundlage bereitet. Durch die am Ratsgymnasium angebotenen außerunterrichtlichen Aktivitäten werden den Schülerinnen und Schülern zusätzliche Chancen gegeben, ihre Fähigkeiten zu entdecken und weiter zu entwickeln, besonders in Bereichen, die durch den traditionellen Unterricht nicht erfasst werden.

Die Verantwortung für den Erwerb dieser Fähigkeiten trägt die Schule als Ganzes. So sind Eltern, Lehrende und Lernende diesem Leitbild verpflichtet, das die Grundlage des nachfolgenden Schulprogramms bildet.

Rahmen des Miteinanders

Aus der Präambel und den Darstellungen der einzelnen Bereiche ergibt sich, dass Schülerinnen und Schüler neben Grundwissen auch die Fähigkeit zu kritischem Hinterfragen, zur Entwicklung kreativer Gedanken und vor allem die Fähigkeit zum selbstständigen und selbstverantwortlichen  Handeln ausbilden sollen, um gestaltend in ihre Umwelt eingreifen zu können. Diese Lernziele stehen auch im Rahmen des täglichen Miteinanders innerhalb und außerhalb des Unterrichts im Mittelpunkt, denn der soziale Prozess des Lernens erfolgt nicht nur während des fachlichen Unterrichts, sondern auch in den unterrichtsfreien Zeiten. In diesen Zeiten können soziale Umgangsweisen in der Praxis erfahren und erlernt werden.

Dies setzt einige wesentliche Punkte voraus: Es ist wichtig, dass alle am Schulleben Beteiligten einen freundlichen Umgang miteinander pflegen, der von gegenseitiger Achtung geprägt ist. Es soll durchaus sachlich begründete Kritik an den Leistungen, Verhaltensweisen und Ansichten des Gegenübers geübt werden, diese darf aber in keinem Fall eine Kritik an der Person sein. So dürfen Auseinandersetzungen nicht die Persönlichkeit der Beteiligten verletzen. Dieser Grundsatz gilt für alle an der Schule beteiligten Gruppen.

Die gegenseitige Achtung, um die sich jeder fortwährend bemühen soll, ist grundlegende Voraussetzung für das Schulleben. Dazu gehört auch das Festhalten an verbindlichen Normen wie u.a. Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Sauberkeit. Da diese Werte nicht mehr selbstverständlich sind, erhalten neue Mitglieder unserer Schulgemeinschaft eine Einführung in den Rahmen des Miteinanders. Die Umsetzung im Einzelnen erfolgt über die Klassenlehrer und ein Patensystem, in dem ältere Schüler sich um die Integration der Neuankömmlinge kümmern. Diese Integration soll auch auf Eltern und Lehrende ausgeweitet werden. Die Umsetzung wird von Schulleiter und Schulvorstand begleitet.

Die Gesamtkonferenz beschließt einstimmig die Aufnahme des nachfolgenen Zusatzes zum Konzept zur Drogenprävention im Schulprogramm: "Die Schule hat ein Konzept zur Drogenprävention für die Jahrgänge 7-9. Dieses Konzept wird jährlich auf zeitliche und finanzielle Möglichkeiten zur Umsetzung überprüft und entsprechend realisiert."

Aufgabenbereich A (Deutsch, Latein, Englisch, Französisch, Spanisch, Musik, Kunst und Sport)

Die Schulung kommunikativer Kompetenzen ist das primäre Ziel der  Fächer des Aufgabenbereiches A. Sie bieten den Schülerinnen und Schülern ein reiches Angebot der persönlichen Auseinandersetzung mit sich selbst und der sie umgebenden Welt. Dies wird u.a. durch Bilder, Musik und verbal begriffliche Formen widergespiegelt. Schülerinnen und Schüler lernen Bilder, Klangwelten und Texte als alltägliche sowie ganz besondere Phänomene kennen und sollen über diese Medien Fähigkeiten entwickeln, bildende Künste, Musik und Literatur zu rezipieren, zu verstehen, herzustellen sowie zu genießen; sie lernen dabei, die vielfältigen Facetten der Kultur und Gesellschaft des europäischen und außereuropäischen Raumes auch in ihrer historischen Dimension zu begreifen.

Um diese Ziele zu erreichen werden ein vielfältiges Angebot von auditiven, visuellen sowie audiovisuellen Materialien, Sachtexten, literarischen Texten und verschiedene Möglichkeiten authentischer Begegnungen genutzt (z.B. Schüleraustausch, Konzerte, Wettkämpfe). Auf diese besondere Weise bieten die Fächer des Aufgabenfeldes A den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit sowohl des sinnlichen Erfahrens wie auch des kognitiven Erkennens von Strukturen. Diese einander bedingenden Aspekte der Erkenntnis ermöglichen ihnen ein vertieftes Verständnis der Gesellschaft, in der sie leben.

In der Vielfalt der Wahrnehmungs- und Ausdrucksmöglichkeiten werden zudem Kreativität und Kritikfähigkeit angeregt, da die Aussagen von Bildern, Musik und Texten zu Reaktionen aufrufen sowie zur Meinungsbildung und –äußerung herausfordern. Dieser soziale Wirkungsbereich des Aufgabenfeldes wird besonders durch den Sportunterricht gefördert, der nicht nur die Selbstwahrnehmung, sondern auch Kompetenzen wie Teamgeist und Fairness durch körperliche Erfahrungen zusätzlich stärkt. Auf diese Weise lernen die Schülerinnen und Schüler, ihr Verhalten und ihre Rolle in der sie umgebenden Welt zu reflektieren und ihre Identität zu entwickeln.

Aufgabenbereich B (Geschichte, Politik/Wirtschaft, Erdkunde, Religion, Werte und Normen, Philosophie)

Die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer versuchen in ihrer Gesamtheit ein differenziertes Bild des Menschen und seines Selbstverständnisses zu zeichnen. So thematisieren sie die Grundlagen der gegenwärtigen und historischen Existenz von Mensch, Gesellschaft, Wirtschaft sowie Wissenschaft und Kultur. Damit leisten sie Beiträge zur Ausbildung einer kritischen kulturellen, religiösen, historischen und politischen Identität der Lernenden.

Auf diese Weise soll jedoch nicht nur eine Handlungsanleitung für die Gegenwart in unserer Gesellschaft geliefert werden, sondern ein kritischer und produktiver Umgang der Schülerinnen und Schüler mit ihrer gewachsenen Umgebung stattfinden, der zur Ausbildung ihrer Persönlichkeit beitragen soll. So tragen die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer zur Ausbildung eigener Identität und zur Verständigung mit anderen Weltanschauungen bei; Toleranz ist ihnen ein leitender Wert.

Bei der Verwirklichung dieser Ziele soll daher neben dem Erwerb von Fachwissen die Ausbildung der Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler durch die Diskussion der Inhalte gefördert werden. Dazu gehört die Vermittlung von Methodenkompetenzen, die eine selbstständige Erarbeitung und kritische Bewertung der Unterrichtsgegenstände ermöglichen. Die Erarbeitung der Kompetenzen erfolgt an ausgewählten inhaltlichen Schwerpunkten der mannigfaltigen möglichen Themen. Diese exemplarische Schwerpunktsetzung soll die selbstständige Übertragung der Methoden auf andere, nicht behandelte Themen ermöglichen, so dass die Schüler zum lebenslangen Weiterlernen angeregt werden.

Die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer haben ihre besondere Bedeutung durch ihre Anbindung an die Lebenswelt, auf deren verantwortliche Gestaltung sie auch hinführen. Daher gehören zu ihren Aufgaben viele handlungsorientierte Aktivitäten, etwa Exkursionen in die nähere und weitere Umgebung oder Berufspraktika, die das Leben in unserer Gesellschaft konkret werden lassen und produktiv auf den Unterricht zurückwirken.

Bereich C (Biologie, Chemie, Physik, Mathematik, Informatik)

Die naturwissenschaftlichen Fächer haben im Wesentlichen vergleichbare Ziele. So wird als grundlegendes Element das Erlernen des naturwissenschaftlichen Denkens gesehen, das sich vor allem mit Modellbildung beschäftigt. Damit die Schülerinnen und Schüler sich in dieser Denkweise üben, ist ein Praxisbezug notwendig, der über die Beobachtung von Phänomenen und die Durchführung von Experimenten erfolgt. Besondere Hilfsmittel für diese Art des Denkens sind Mathematik und Informatik, die bei der Modellbildung und der Strukturierung des Denkens helfen. Neben Experimenten sollten Exkursionen ein wesentlicher Bestandteil sein, um technische oder natürliche Elemente unserer Umwelt zu erfassen.

Allgemein geht es bei der Vermittlung naturwissenschaftlicher Bildung neben dem Erwerb additiven Fachwissens um die Ausbildung kognitiver Fähigkeiten und Fertigkeiten, die zur Lösung naturwissenschaftlicher Probleme notwendig sind. So vermitteln die einzelnen Fächer spezifische Sach-, Methoden- und Medienkompetenzen, wobei der Umgang mit Basiskonzepten im Vordergrund steht, die helfen, zusammengehörige Phänomene leichter zu erschließen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 20. August 2010 um 08:22 Uhr