| Beitragsseiten |
|---|
| Fachgruppe Geschichte |
| Fachlehrer |
| Curriculum |
| Alle Seiten |
Historisches Lernen am Ratsgymnasium RotenburgGeschichte liegt vor der eigenen Haustür – allerdings stellt sich dabei immer wieder die Frage, wie und wonach man sucht. Die Möglichkeiten reichen von der lokalen Erkundung und der Befragung über die Bild- und Textquelle bis hin zur Karikatur, dem Plakat oder sogar der Aufnahme von Romansequenzen im Geschichtsunterricht. Daneben sollte auch Raum bleiben für Kreativitätsübungen, für fiktives Fabulieren, statt notwendigem faktenbezogenen Verfassen von Sachtexten. Der historische Lernprozess setzt aber auch einen subjektiv-erlebnishaften Zugang zur Umwelt und Lebenspraxis voraus. Die neben stehenden Auszüge aus älteren Klassenbüchern des Ratsgymnasiums bieten eine gute Chance, dass der eigene Lebensort Dimensionen des Bewusstseins, der Erfahrung, Kommunikation, Aneignung und Aktion ermöglicht. So habe ich meine Schule noch nie gesehen! Was waren das für Schüler und Lehrer? In welcher Zeit haben sie gelebt? Welche Bezüge ergeben sich zu anderen Geschehnissen der Zeit? Was kann ich selbst daraus ableiten und lernen?“ Das könnten Reaktionen von Schülern sein. Der Lebensort wird somit zum Lernort, und Verknüpfungen mit historischen, sozialen, ökonomischen und politischen Dimensionen und Perspektiven sind Konsequenz für diese exemplarische Art der Auseinandersetzung und Beschäftigung mit Geschicht Daraus ergibt sich auch die Notwendigkeit, dass der Geschichtsunterricht am Ratsgymnasium auch einen Beitrag zur Ausprägung eines Geschichtsbe-wusstseins und zu kritischer historischer Identität leisten soll. Er soll also auch dazu dienen, die Persönlichkeit der Schülerin und des Schülers weiterzuentwickeln. Im Geschichtsunterricht werden deshalb die Grundlagen der gegenwärtigen Existenz von Mensch, Gesellschaft und Staat sowie Wissenschaft und Kultur in ihren historischen Ursprüngen bzw. Dimensionen thematisiert. Diese werden in ihrer zeitlichen Entwicklung untersucht und im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Gegenwart beurteilt. Damit soll aber nicht nur eine mögliche Handlungsanleitung für die Gegenwart vermittelt werden, sondern es wird auch problematisiert, inwiefern die Vergangenheit auch für die Zukunft relevant werden kann. Mit der Analyse der historischen Entstehungsbedingungen gegenwärtiger Zustände, Denkweisen und Entscheidungen leistet der Geschichtsunterricht schließlich auch einen Beitrag zur politischen Bildung Bei der Verwirklichung dieser Ziele sind aber einige inhaltliche wie methodische Aspekte zu bedenken. Weil die Geschichte der Menschen außerordentlich umfassend, vielfältig und schließlich auch unendlich ist und ein vollständiger Überblick und eine lückenlose Chronologie nicht erreicht werden können, ergibt sich für den Geschichtsunterricht die Notwendigkeit der Strukturierung und Schwerpunktsetzung entsprechend dem Alter der Schülerinnen und Schüler; auch wegen der begrenzten Unterrichtszeit bedarf es der Auswahl und Gewichtung der Inhalte. Auch muss im Unterricht beispielsweise die umfassende historische Neugier jüngerer Jahrgänge genauso beachtet werden wie die notwendige Einübung und Überprüfung vorwissenschaftlicher Fragestellungen in der Sekundarstufe II. Der Einsatz moderner Medien wie Ton- und Filmträgern und des Internets ist ebenfalls Bestandteil der weit zu entwickelnden Methodenvielfalt und ist gleichbedeutend etwa mit historischen Primär- und Sekundärquellen und mit Karten-, Bild- und Folienmaterialien. Die Beschäftigung mit deutscher, europäischer und globaler Geschichte basiert aber nicht nur auf verschiedenartigen Quellen, Materialien aus Lehrbüchern oder auf möglichen Exkursionen zu mehr oder minder weit entfernten historischen Orten, sondern Geschichte liegt auch vor der eigenen Haustür. Die Möglichkeiten reichen dabei z.B. von der lokalen Erkundung der Ausgrabungen in Wittorf, der Zusammenarbeit mit dem Kreisarchivar oder Archäologen, der Nutzung des Materials des Heimatbundes bis hin zur regionalen Bild- und Textquelle bzw. zur Karikatur aus dem lokalen Zeitungsarchiv. |
Klassenbucheintragungen:17.10.1961: „N.N. verläßt zur Unzeit den Klassenraum, um den Abort aufzusuchen, und wird ungebührlich“ 31.08.1963: „N.N. beschäftigt sich in der Stunde mit Privatlektüre“ 22.01.1965: „N.N. spielen mit Kababechern auf dem Hof Fußball“ 18.09.1965: „N.N. tritt während der Stunde seinen Nachbarn mit Füßen 08.03.1966: „N.N. unternimmt Brandstiftung mit untauglichen Mitteln an ungeeigneten Objekten“ 23.03.1966: „N.N. öffnet unbefugt das Fenster“ 14.05.1966: „N.N. unflätig“ (durchgestrichen) „ungehörig (geändert)“ 16.05.1966: „N.N. benimmt sich unbeherrscht“ 09.09.1966: „N.N. erhebt sich unaufgefordert“ 21.10.1966: „N.N. getadelt wegen Tutens vor der Stunde“ 10.05.1967: „N.N. steigen nach der Stundeunter meinen Augen aus dem Fenster“ 21.09.1967: „N.N. stört den Unterricht durch Wasserspritzen“// „N.N. erscheinen unvorbereitet“ 03.02.1968: „N.N. getadelt, weil er im Deutschunterricht Lateinvokabeln lernt“//„N.N. fast die ganze Stunde unaufmerksam“ |
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. April 2010 um 20:40 Uhr